Das R(L)ubaga-Hospital

Bewachter Eingang für Mitarbeiter

Das R(L)ubaga-Hospital 2012

(Träger und Geschäftsführung haben entschieden, in Zukunft wieder den Originalnamen des Hauses, Lubaga-Hospital, zu verwenden)

Betten: 271

Ambulante und stationäre Patienten: 170.000

Geburten 2011: knapp 8.000, derzeit (1.Quartal 2012) „nur“ 15 – 18 Geburten pro Tag. Trotz allem nimmt sich der zuständige Arzt die Zeit, eine Mutter mit gesunden Drillingen zu Hause mit Geschenken des Hospitals zu besuchen. Die Säuglingssterblichkeit beträgt 2,54%.

Einzugsgebiet: Ein Distrikt von Kampala, ca. 191.000 Einwohner

Mitarbeiter: 379, davon 10 Ärzte, 9 Medical Officers (unterstützen die Ärzte, übernehmen z.B. die Erstbegutachtung und Einteilung der Patienten), 10 Mitarbeiter Funktionsdienst Anästhesie und Radiologie, 18 Mitarbeiter Labor, 19 Mitarbeiter Apotheke, 177 Krankenschwestern und Hebammen, 62 Verwaltung).
Bei den Personalzahlen muss u.a. bedacht werden, dass Patienten bzw. Angehörige für die Mahlzeiten, die Körperreinigung und die Wäsche selbst zuständig sind.

Die Fehlzeitenrate liegt bei 1,52. Nach unserer subjektiven Beobachtung arbeiten die Mitarbeiter sehr engagiert und länger als die vorgegebene 40-Stunden-Woche.

IT: 46 PC´s stehen verteilt im Haus. Sie sind über ein lokales Netzwerk verbunden, die Daten werden aber noch nicht wie bei uns grundsätzlich einmal am Ort ihres Entstehens erfasst und von mehreren genutzt.
Finanzen: Das Budget für die Betriebsausgaben beträgt 2,5 Mio. Euro. 92% der Betriebskosten werden durch die Patientenerlöse gedeckt. Die Patienten zahlen selbst, eine Sozialversicherung gibt es nicht. Für Investitionen benötigt man Sponsoren. Kreditaufnahmen sind bei einem Zinssatz von über 30% unrealistisch.

Häufige Krankheiten sind HIV, Infektionen aller Art, Malaria, Durchfall, Tuberkulose, Bluthochdruck, Diabetes, Blutvergiftung, bei Kindern zusätzlich Vergiftungen sowie Karzinome. Diese Krankheiten tauchen auch in der Todesfall-Liste als führend auf. 14,6% der Patienten leben mit HIV.
Seit Januar 2012 gibt es eine Masern-Epidemie im ganzen Land. Im April mussten 60 Patienten im Hospital versorgt werden. Das Problem ist, dass nicht einmal 35% der Kinder geimpft sind. In der Zwischenzeit impfte das Hospital ca. 900 Kinder im Einzugsgebiet.

Operationen: 653 große Operationen wie Laparatomien, Hysterektomien, Hernien, offene Knochenbrüche, etc. und 163 kleine Operationen. 6.100 weitere Versorgungen wie Wundversorgung, Entfernung von Fremdkörpern, Katheter-Wechsel, etc.. Probleme: Zuspätkommen der zu wenigen Anästhesisten, zu wenig vorhandene Blutkoserven, zu viele Besucher im Stationsbereich.

Radiologie: 4.721 Untersuchungen

Ultraschall: 14.639 Untersuchungen

Physikalische Therapie: 2.121 Behandlungen

Seelsorge: 1.720 Betreuungsgespräche

Sozialarbeiter: 551 Patienten / Gespräche und Hausbesuche (Betreuung kranker verlassener Kinder, Neugeborener, Betreuung von Alleinstehenden)

Das Hospital betreut mit seinem mobilen Pflegedienst (ein Fahrer, ein Masseur, zwei Krankenschwestern) per Allrad-Jeep auch Patienten zuhause, die nicht mehr gehen können.

Familienplanung: Fast 2.000 Gespräche/Jahr.

HIV-Betreuung: 4.955 Patienten

Ausstattung: Spartanisch! Die Betten sind alt, teilweise verrostet, ohne Moskitonetze. Das Röntgengerät funktioniert nur teilweise, die übrigen medizinischen Geräte fehlen oder sind sehr alt.