Das April-Team in Naggalama



Container ausladen (der 1.800 Euro Container bleibt auch in Naggalama)

Sicherheitsschuhe
Transport auf ägyptisch
Krankenschwestern können auch heimwerken

Kinderbetreuung
Schule
Rückfahrt vom Markt auf dem Boda-Boda
Queen Elizabeth NP

Baumlöwe

Das neue (gebrauchte) Röntgengerät funktioniert
Das neue (gebrauchte) Sonografiegerät auch
Der OP-Monitor funktioniert
Die Säuglingsbetten
Ölkännsche
Neue Instrumente
Instrumente
Hausbesuch "ambulanter" Patienten
"Heimwerken"
Zwillingsgeburt/Kaiserschnitt
Neue Betten
Neues Wärmebettchen
T-Shirts für die Dorfkinder
Abschied
Bootstrip
Nilquelle
Apotheke
Inbetriebnahme des Steri
Elektroarbeiten
Neue Vorhänge
Mobiles Beatmungsgerät
Schulung
Tolle Jungs
Welcome back

Sabine Pühl und Gabi Pfeiffer (v.l.n.r.) werden am 10. April ihre Reise, mit viel gesammeltem Material im Gepäck, nach Naggalama starten.

Mit ihrer umfangreichen Berufserfahrung und als eingeschworenes Team werden Gabi und Sabine die ugandischen Kolleginnen mit neuem Wissen versorgen und praktische Arbeitsweisen an die Hand geben, um die täglichen Herausforderungen noch besser meistern zu können.

Begleitet werden die langjährigen Freundinnen und erfahrenen OP-Schwestern von Julia Rosenberg und Anne Pühl. Die beiden Mädchen werden vormittags ein 3-wöchiges Praktikum im hospitaleigenen Kindergarten absolvieren und nachmittags einen Sprachkurs in Englisch von den dortigen Lehrern erhalten. Dies wird sicher eine tolle Erfahrung für den weiteren Lebensweg der beiden Teenies.

Wir sind dann mal weg!

Mit fast 250 kg Gepäck plus einem Rollator und 2 Paar Gehstützen haben wir (Anne, Julia, Gabi und Miko) uns am 10. April in Richtung Uganda aus dem Staub gemacht. Ohne Probleme konnten wir, dank der sehr kulanten Dame am Check-In-Schalter, unser komplettes Gepäck (inklusive „Übergewicht“!!!) einchecken. Unseren Erfolg haben wir nach Passieren der Kontrolle als erstes
mit einem Gläsle Sekt begossen! Auch jetzt, kurz vor Abflug, konnte Gabi die Erfüllung eines Traumes immer noch nicht fassen. Auch die beiden Mädels waren schon sehr gespannt auf dieses unglaubliche Abenteuer.

Nach einem angenehmen Flug mit Stopps in Istanbul und Kigali/ Ruanda sind wir morgens um 3.10 Uhr sicher in Entebbe gelandet. Mit einer Turboeinreise von 15 Minuten konnten wir zügig unser ganzes Gepäck auf drei Transportwägen aufladen. Während der kurzen Kontrolle beim Zoll
mussten wir tatsächlich (Obwohl wir doch so vertrauenswürdig aussehen!) einen unserer drei medizinischen Kartons öffnen! Zum Glück war es der Richtige, denn in den beiden anderen waren wertvolle Medikamente! Am Ausgang wurden wir schon von Julie und James, dem Fahrer, erwartet.
Mit einem vollbeladenen Pick up (15 Gepäckstücke und 6 reingepresste Personen) brausten wir in einer phänomenal sportlichen Zeit von 1 Std. 20 Min.  nach Naggalama. Gegen 5.30 Uhr wurden wir von Teddy, der Haushälterin, herzlichst im Gästehaus empfangen.
Während schon um 6 Uhr die Schulglocke der St. Agnes Schule läutete, verkrochen sich Anne und Julia völlig übermüdet in ihre Moskitozelte. Nach einem kurzen Rundgang um den „Block“ fielen wir zwei dann auch müde aber glücklich und zufrieden mit den ersten Eindrücken ins Moskitozelt.

Jetzt geht’s los!!!

Am Samstagabend wurden wir von Sr. Jane (Leiterin des Hospitals) sehr freundschaftlich begrüßt und hatten beim Gespräch und Planung der ersten Woche viel Spaß.
Unser erstes Highlight nach dem relaxten Samstag war am Palmsonntag (um 7 Uhr !!!) der Besuch des Gottesdienstes in der Privatschule (mit 700 Mädchen und großer Wiedersehensfreude).
Mit Trommeln, lebendigem Gesang, Palmwedeln und einem lebhaften Pastor war die Messe wieder ein unvergessliches Erlebnis. Zwischen all den in strahlendem blau gekleideten Mädels haben wir jeden Augenblick genossen.

Am Nachmittag durften wir zum ersten Mal einem afrikanischen Platzregen erleben. Es war unglaublich, welche Wassermassen aus den völlig unterdimensionierten Regenrinnen sprudelten. Ein Stromausfall ist daher auch nicht ungewöhnlich und gehört zur Normalität!

Am Montagmorgen waren wir richtig gespannt, was uns nun nach dem Öffnen des Containers erwartet. Nach einem herzlichen „Good Morning“ and „How are you“ war es dann endlich soweit. Die Tür wurde geöffnet. Der Anblick glich einem Schleudergang mit 1400 Umdrehungen!
Tief beeindruckt von dem Einsatz und der Motivation der anpackenden Mitarbeiter haben wir den Container in einer Rekordzeit entladen. Trotz der „Schleudergänge“ waren wir erstaunt in welch gutem Zustand die Gerätschaften und Materialien waren. Der absolute Knüller war am Schluss die Entladung des mobilen Röntgengerätes!!!
Hammer was die Jungs hierbei mit afrikanischen Sicherheitsschuhen geleistet haben!
Nochmal ein ganz dickes Dankeschön, auch im Namen des Hospitals, an Gabi Pr. für die Organisation des Transportes von Bad Kreuznach nach Weil der Stadt. Thank's a lot! We are so grateful!

Zeitgleich, bewaffnet mit Stift und Block, waren Anne und Julia schon sehr gespannt auf ihren ersten Kindergartentag. Sie konnten sich kaum vorstellen wie die verschiedenen Abläufe in einer afrikanischen Einrichtung sind. Sichtlich geschockt berichteten die beiden Teenies von der geforderten Disziplin und der Strenge der Erzieherinnen gegenüber den Kleinkindern. Der Ablauf
gleicht eher dem Unterricht in einer Grundschule.

Nach Feierabend haben wir uns mit Teddy auf den Weg zum Markt von Nakifuma gemacht. Es ist unglaublich wie viele Personen in einen Toyota-Kleinbus passen!!! 17 Fahrgäste plus Fahrer!!!
Es war toll die wunderschöne Farbenpracht der einzelnen Marktstände zu bestaunen. Voll beladen mit reichlich frischem Obst und Gemüse haben wir 3 Boda Bodas gechartet (Motorradtaxis) und sind mit Highspeed nach Hause gebraust.
Am nächsten Morgen haben wir (voll bepackt mit Stiften, Malbüchern, Luftballons, Scheren, Bastelmaterial, ect.) die Kids im Kindi besucht. Die Freude über die Mitbringsel war riesengroß. Voller Herzlichkeit hingen die Kleinen wie Kletten an Julia und Anne. Mit Begeisterung machten sie bei den Spielen, welche die Beiden vorbereitet hatten, freudestrahlend mit.

Mit großem Eifer und viel Spaß machten wir uns im „Old Store“ an die Arbeit, wie Kartons sortieren, elektrische Geräte (Überwachungsmonitore, Sterilisatoren, ect.) prüfen und ausstatten, Reparatur- und Reinigungsarbeiten.

Mit etwas Wehmut haben wir am Abend „unsere“ Schulmädchen in die Ferien verabschiedet. :(((
Bei toller Discomusik hatten wir noch viel Spaß beim gemeinsamen Tanzen und Singen. Völlig durchgeschwitzt und abgekämpft haben wir uns danach zum Gästehaus geschleppt. Afrika pur und hautnah erlebt!!!

Eine große Erleichterung war der Besuch von Wilhelm Vorreiter mit seiner Frau Gabi und Michael Gaube in Naggalama, die aktuell die Röntgenanlage im Lubagahospital aufgebaut haben. Die beiden Techniker konnten das Röntgen- und Sonographiegerät auf deren Funktion überprüfen und zur Freude aller in Betrieb nehmen. Beim Überprüfen des Beatmungsgerätes wurden wir vor eine
größere Herausforderung gestellt, da der notwendige Behälter für das Narkosegas nicht vorhanden war. Die Beschaffung in Uganda stellt uns sicher vor eine schier unlösbare Aufgabe!
Ein wahrer Schock war als Wilhelm und Michael feststellten, das die Fixierung OP-Lampe an der Decke lebensgefährlich ist. Sofortige Schließung des OP's!!!
Bei der Begehung der abgehängten Decke stellten wir fest, dass das Ausmaß sich in Grenzen hielt und eine einfachere, aber sehr kraftvolle Reparatur möglich war. Nach dieser Aktion sind wir völlig durchnässt die Leiter wieder hinabgestiegen!
In diesem desolaten Zustand mussten wir kurzfristig noch nach Kampala eilen um wichtige Teile im Lubagahospital abzuliefern.
Dabei traf Gabi zufällig auf ihre ugandischen Kolleginnen, die 2 Jahre in Böblingen hospitierten. Die Freude war riesengroß!!!
Die halsbrecherischen Fahrweisen und der unbeschreibliche Stau (ohne Kat!) in Kampala hinterließen bei Gabi einen unfassbaren Eindruck!!! Sie müsste mehrfach den Atem anhalten und die Augen schließen.

Emotionen pur!!!

Schwer beeindruckt waren wir bei unserer 4-tägigen Safari über die Osterfeiertage. Bei unserem 12-stündigen „Höllenritt“ (die Straßenqualität ist teilweise abenteuerlich!) über die Nordroute via Fort Portal in den Queen Elizabeth Nationalpark konnten wir eine atemberaubende Landschaft bestaunen. Am Südzipfel der Rwenzori Mountains haben wir den Äquatorpunkt mit einem Fotoshootingstop überquert, was für ein toller Moment (kommt ja schließlich nicht alle Tage vor).
Wir wurden in unserer familiären Lodge „ Buffelo Safari Resort“ herzlich und sehr zuvorkommend von den Staffs (Angestellten) mit frisch gepressten Saft begrüßt. Nach einem leckeren Essen sind wir dann müde in unsere Matratzen gesunken. Am nächsten Morgen hieß es früh aus den Federn kriechen (5.30 Uhr!!!), denn mehrere Gamedrives und ein Bootstrip standen auf dem Programm. Nach Elefanten, Schlangen, Büffel und Unmengen von Antilopen konnten wir uns beim abwechslungsreichen Bootstrip an unendlichen vielen Hippos satt sehen. Nicht zu vergessen die zahlreichen Krokodile, Echsen und die Vielfalt der Vogelarten (ein wahres Paradies für Ornithologen). Der Besuch eines typisch afrikanischen Dorfes hat bei uns allen eine tiefe Demut ausgelöst. Unbeschreiblich!!!
Das absolute Highlight haben wir am darauffolgenden Tag im 70 km (Off-Road-Trip mit einem Toyotakleinbus als Safarifahrzeug) entfernten Ishasha Park (gehört auch zum QENP) erlebt.  Beim Gamedrive auf der Suche nach den Climbing Lions sind wir vielen Herden von Tobis, Uganda Kops, Wasserböcken sowie Büffeln begegnet. Endlich!!! Dank der wachsamen Augen von unserem Guide Denis, kamen wir in den Genuss 4 Climbing Lions hautnah in freier Wildbahn zu beobachten. Faszination ohne Ende! Wir konnten uns kaum losreißen. Die unendliche Weite und Schönheit Ugandas ist wirklich einzigartig. Beim anschließendem Lunch-Stopp hat uns nur der Ishashariver von der Republik Kongo getrennt. Schade das wir keinen Badeanzug dabei hatten, die vielen Hippos hätten sich sicher über ein paar Spielgefährten gefreut. Auf der Rückfahrt zur Lodge hat uns die Familienplanung einer Pavianfamilie erfreut!
Nach einer kurzweiligen Rückfahrt (wieder 12 Stunden) über die Südroute hatten wir Gelegenheit innerhalb weniger Tage den 2. Äquatorpunkt in Uganda zu überqueren und sind wieder gut in Naggalama gelandet.

Voller Tatendrang, nach dem Kurztrip, wollten wir das mobile Röntgengerät in der Radiologie in Betrieb nehmen. Dank unseres Ehrgeizes konnten wir nach 2 Stunden das Wechseln einer simplen Halogenbirne (zum Fokusieren des Röntgenbildes)  nach „Do-it-Yourself“ beenden. Im Anschluss war der zuständige Sonograph, von dem um Klassen besseren Sonographiegerät, von der Bildqualität hellauf begeistert. Beim Austausch der bisherigen Patientenliege Modell „Anno ???“ in eine wesentlich moderne Ausgabe inklusive eines fahrbaren Untersatzes (Drehhocker) kannte die Freude keine Grenzen.

Auf der Suche nach einer höherqualifizierten Englischlehrerin (die bisherige Lehrerin war von dem Wissenstand der Girls überrascht) hat Sr. Jane in Rita (von der Sekundary School nebenan) eine kompetente Alternative gefunden. Bei mündlichen, schriftlichen und praktischen Übungen haben Anne und Julia viel Spaß und Motivation. Das Highlight war der informative Besuch der Schule und die direkte Kommunikation mit den dortigen Schülern. Für die kommende Woche ist ein spezielles Treffen mit deutsch lernenden Schülerin geplant, worauf die Beiden sehr gespannt sind!!!

Bei der offiziellen Übergabe mit Fotoshooting war die Freude über die mitgebrachten medizinischen Güter riesengroß.
Ein wahres Ausdauertraining (4 Stunden) war für uns die Aufnahme des kompletten Equipments in das Inventarbuch des Stores (Lager und Apotheke)!!!!!!!!!!! Um so schöner war dann am Nachmittag die Übergabe einzelner Gerätschaften wie die Babybettchen in den jeweiligen Abteilungen (Kinderstation und Neugeboreneneinheit) und den Überwachungsmonitor für den OP mit entsprechender Einweisung.
Es ist unbeschreiblich und eine große Freude zu sehen wie ausgemusterte Geräte hier einen großen Unterschied in der täglichen Arbeit machen können!

Einen wahren Freudentanz löste die vom Calwer Handwerkerstammtsich neu gesponserte Zentrifuge bei Sr. Judy Mary und ihrem Team im Labor aus. Ein herzliches Dankeschön!

Beim Besuch der Allgemeinstation hat es uns am Krankenbett eines 13-jährigen Jungen fast den Boden unter den Füßen weggezogen. Mit schwersten Verbrennungen an Rücken, Gesäß und im Genitalbereich lag er unter dem Moskitonetz (zum Schutz vor den zahlreichen Fliegen).
Im Gespräch mit der besorgten Mutter stellte sich heraus, dass für die notwendige Verlegung und Weiterbehandlung ins Mulago Hospital nach Kampala für die Familie nicht bezahlbar ist. Nach Rücksprache mit dem Stationsarzt konnten wir, dank eines privaten Spenders, den Transport und die Weiterbehandlung sowie die Übernahme der bisher angefallenen Kosten komplett übernehmen.
Ein ganz herzliches Dankeschön, auch im Namen des kleinen Patienten, an Gisela und Egon!!!

Zusätzlich hatten wir die Gelegenheit an einem Boardmember-Meeting unter der Leitung von Sr. Jane teilzunehmen und die einzelnen Mitglieder kennenzulernen. Der Höhepunkt des Meetings war die offizielle Eröffnung des neu renovierten Privatzimmers auf der Allgemeinstation.
Thank's to Jasmin and Frank!

Nach einer erlebnisreichen Woche verabschieden wir uns ins wohlverdiente Weekend.

Bye bye bis zum nächsten Newsletter

Anne, Julia, Gabi und Miko

Action ohne Ende!!!

Nach einem abwechslungsreichen Wochenende haben wir uns wieder dem noch vorhandenen Equipment im „Old Store“ gewidmet. 
Dank unseres handwerklichen Geschickes konnten wir die 3 Instrumentiertische auseinander bauen und mit einer Kanne Öl aus der Werkstatt wieder vollständig in Betrieb nehmen und dem OP übergeben. Unter anderem verteilten wir auf den verschiedenen Stationen Sterilisatoren und Instrumente, zusätzlich haben wir die großen Instrumentenwägen wieder Instand gesetzt. Schrauben, putzen, reparieren, schwitzen, …...!!!!

Unvorstellbar und unglaublich war der Besuch in den Communities (in den Gemeinden)!!!  Schon allein die Anfahrt zu den einzelnen Patienten mit dem Ambulanz-Jeep war abenteuerlich. Staub, unwegsames Gelände, Löcher, unbefestigte Straßen (sofern man diese als Straßen bezeichnen kann!), ….. Der absolute Hit war der Besuch des letzten Patienten, als wir uns mitten im Busch wiederfanden und nur zu Fuß über einen Trampelpfad sein Haus erreichen konnten. Die einzelnen Schicksale bzw. Lebenssituationen erschütterten uns zutiefst. Aufgrund der teilweise massiven Armut kann sich die ugandische Bevölkerung keine medizinische Versorgung leisten. Eine große Freude bereitete uns die Verteilung von den vielen gespendeten T-Shirts, Shorts, Schuhen,...

Für Anne und Julia war es unfassbar, wie sich Kinder in zerlumpten durchlöcherten Kleidungsstücken über ein T-Shirt freuen können!!! Trotz all dem Elend waren wir von den fröhlich lachenden Menschen schwerst beeindruckt!
That's the real african life!!!

Interessant und informativ war am Vormittag für Anne und Julia die Besichtigung der Mitarbeiterunterkünfte und die verschiedenen Abteilungen des Hospitals.
Danach haben wir uns über die Unmengen von Instrumentencontainer hergemacht, sortiert und ausgemustert. Kein Land in Sicht!!!
Zur Abwechslung verbrachten wir den Nachmittag im Kreissaal, um die neuen Sichtschutzvorhänge anzubringen. Ein schweißtreibendes Unterfangen!
Die neue Konstruktion der Babywärmelampe an einem Säuglingsbettchen erforderte ein hohes Maß an Kreativität, Improvisation, Geduld und noch mehr Schweiß. Während wir im Kreissaal hämmerten, sägten und bohrten wurde hinter dem Vorhang nebenan ein Kind geboren. Kein Mensch hat sich über unsere Anwesenheit und die geräuschvolle Tätigkeit beschwert.
That's africa!

Endlich haben wir es nach knapp 3 Wochen geschafft, unsere gewohnte Tätigkeit im operation theatre aufzunehmen. Ein großes Highlight hierbei war für Gabi die Assistenz bei einer Zwillingssectio (Kaiserschnitt).
Heute war die Aufrüstung der verschiedenen Sets mit dem neuem Instrumentarium angesagt. Unsere ugandischen Kollegen waren mit großem Eifer, Interesse und hoher Motivation bei der Sache.
Wir hatten viel Spaß zusammen!!!
Parallel dazu haben wir in 4 Privatzimmern die asbach-uralten Betten in „neue“ ausgetauscht, was ein kleines Abenteuer bei den zu schmalen Türzargen war. Hier war absolut gutes Augenmaß angesagt.

Nach drei lehrreichen und abwechslungsreichen Wochen und mit vielen Eindrücken treten Anne und Julia nun ihre Heimreise an. Die prall gefüllten Taschen mit reichlich afrikanischen „Gifts“ sind gepackt.
Save journey back to Germany!

(we)man power!!!

Vor unserer letzten Powerwoche haben wir in Jinja nochmal ordentlich Energie getankt bei Shoppen, Bootstrip auf dem Viktoriasee und Nilursprung, nochmal Shoppen und Relaxen am Pool (kam vor lauter Shoppen leider etwas zu kurz!).
In einem traumhaft schönen Hotel unweit vom „Bootsanleger“ haben wir uns eine leckere Pizza sowie ein Bananensplit gegönnt. Deliziös!!! Der Blick von unserem Zimmer auf den Lake Viktoria war gigantisch!
Eigentlich hatte wir uns am Wochenende zuvor schon reichlich mit afrikanischen Gifts im Crafts Village eingedeckt. Die Mainroad in Jinja war nach einer köstlichen Latte Macchiato, einem sensationellen Veggie-Sandwich (mediteranen Gemüse-Körnerweckle!) und einem frisch gepressten Mix-Juice einfach zu verführerisch! „It's the best price my friend!“ Nach stundenlangen Auf- und Abwandern auf der Mainroad sind wir mit einem Boda Boda (zum Bestpreis!) wieder zurück uns Hotel gebraust.
Von der Bootstour am Sonntag waren wir wieder (für Miko das 2. Mal) über die vielfältige Vogelwelt, der saftig grünen Landschaft und Stopp an der Nilquelle schwer beeindruckt.

Voller Power starten wir am Montag in unsere letzte Woche. Als nächstes stand die Neuorganisation des OP-Lagerraumes auf dem Programm, der einem heillosen, völlig überfüllten Chaos glich. Sämtlicher „Schrot“ wurde entsorgt und nach „Made in Germany“ neu gestaltet.
Grace war mit voller Begeisterung dabei und mit dem Endergebnis saumäßig zufrieden.
Parallel zu unserer Aufräumaktion lief eine große Bauchoperation. Es ist einfach unglaublich, mit welch einfachen Mitteln derartige OP 's durchgeführt werden!
Nebenbei haben wir noch 60 m Cottonstoff zu verschieden großen Abdecktüchern zugeschnitten.
Ein langer Arbeitstag ging um halb acht zu Ende!

Eine dringende Notwendigkeit war das Wechseln der Schläuche des Beatmungsgerätes für die Narkosen. Zwei Hände haben nicht ausgereicht um die verpflasterten Schläuche zu zählen. Es grenzt wahrlich an ein Wunder, dass das komplette OP-Team wegen den undichten Stellen nicht eingeschlafen ist.
Die Unmengen von Kartons, welche vom Container in der neuen Apotheke gestapelt waren, lagen wie der Kilimanjaro vor uns. Nach 3 Stunden auspacken und sortieren waren wir schweißgebadet, aber noch nicht am Ende! Voller Hektik mussten wir die Aktion abbrechen, denn auf dem Programm stand kurzfristig der Besuch des St. Francis Mutterhauses in der „Pampa“. Mit einer Eskorte des Managements und notwendigen Hilfsmitteln machten wir uns auf den Weg. Die Fahrt zum Mutterhaus mit unserem Fahrer Sula glich einer Adventuretour von Marlboro. Der Besuch bei den „alten“ Sisters (die Älteste war 101 Jahre alt) war ein berührendes und unvergessliches Erlebnis! Müde aber glücklich sind wir in unsere Betten gefallen.

Unumgänglich, kurz vor unserer Abreise, war die Fahrt nach Kampala, um noch wichtige Teile für unsere Arbeit zu besorgen. Unter anderem haben wir noch einen fehlenden höhenverstellbaren Bettenrost aus dem Container abgeholt. Bei dieser Gelegenheit haben wir noch kurz den dortigen OP besichtigt, was sehr interessant für uns war. Im Anschluss (18.30 Uhr) haben wir unsere Arbeit in der Apotheke noch zu einem guten Ende gebracht. Wir waren platt!

Ein weiterer anstrengender Tag beginnt um 7.40 Uhr, denn Collins (Bio-medical-Engineer) brachte uns noch die fehlende Sauerstoffflasche für das mobile Beatmungsgerät, welches nun einsatzbereit ist. Wie immer war das ein zeitaufwendiges Unterfangen, da ständig das passende Werkzeug nicht griffbereit war! Erschwerend kam auch noch der langanhaltende heftige Regen dazu, was die Mitarbeiter dazu veranlasste, zu spät oder gar nicht am Arbeitsplatz (hier nicht außergewöhnlich) zu erscheinen.
Ansonsten war ganztägig „Teaching“ der Monitore, Autoclaven und Einmalmaterialien angesagt. Das Interesse der Mitarbeiter an neuen Informationen war sehr rege, worüber wir uns sehr freuten. Nebenbei tauschten wir noch ein uraltes, rostig verstaubtes nicht funktionstüchtiges Bettgestell der Nachtschwester auf der Allgemeinstation in ein „neues“ komfortables Nachtlager aus Holz aus.
Im Sauseschritt sind wir nach Arbeitsende noch einer Einladung in Nakifuma gefolgt. Mit frischen Mangos, Minibananen und Peanuts wurden wir bei Rosemarie und ihrer Familie herzlich empfangen. Nach einem unterhaltsamen Besuch mit viel Gelächter, Fotoshooting und afrikanischem Gesang schwangen wir uns wieder auf's Boda Boda in Richtung „Heimat“.

Unser letzter Tag beginnt! :((((((((((((((((((((( Nach dem wöchentlichen Staff-Meeting haben wir noch den letzten Feinschliff vorgenommen, die noch notwendigen  Instruktionen erteilt und mit einer Punktlandung unsere Arbeit vollendet. Unser wichtigster Mitarbeiter war der gute alte Kabelbinder, mit dem wir eng (im wahrsten Sinne des Wortes) zusammen gearbeitet haben!!!
Nach 4 arbeitsreichen Wochen, unterschiedlichen Herausforderungen, wunderbaren Erlebnissen und emotionalen Augenblicken verabschieden wir uns schweren Herzens in Naggalama.
Die Taschen sind gepackt und prall gefüllt mit afrikanischen Gifts für unsere Lieben in Good Old Germany.
Ein herzliches Dankeschön an unsere lieben Ehemänner, Kinder, Familien, Freunde, Vorgesetzten, Kollegen, dem Verein Partnerschaft Gesunde Welt und den ugandischen Landsleuten, das wir unseren Traum leben durften!!!

Wir machen uns nun aus dem Staub und grüßen Euch alle ganz herzlich.

Gabi & Miko